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Dienstag, Februar 24th, 2009
Langsam frage ich mich ob die Ankläger bei diesem Prozess wirklich so dämlich sind oder ob da ein raffiniertes System dahinter steckt, das nur noch niemand durchschaut. Aktuelles Beispiel: Die Anklage hat keine Beweise.
First up to testify was Magnus Mårtensson, a lawyer for the IFPI. [...] He explained that he worked gathering evidence against The Pirate Bay by downloading various music albums via .torrent files he obtained from the site using the Azureus client.
[...]
Mårtensson’s evidence gathering equipment consisted only of screenshots, as quickly became apparent.
[...]
When asked if he verified in any way during the download process that he had any contact with The Pirate Bay’s tracker, again the answer was negative.
Naja okay. Das war halt ein bedauerlicher Einzelfall. Der Nächste wird die Beweise dann schon mitbringen. Oder?
“So the actual downloading [of the pirated works/files] happens outside of TPB?” Carl Lundström’s lawyer asked. “Yes,” Anders Nilsson replied.
Na dann eben nicht. Nicht einmal der Richter konnte sich das Elend noch antun:
After only two hours the court decided to end the hearings for today.
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Dienstag, Februar 24th, 2009
Auf der Suche nach neuen Entwicklungen im PirateBay Prozess bin ich auf diesen interessanten Artikel gestoßen.
Die irische Musikindustrie hat einen ISP “überzeugt” auf ihre Anweisung hin den Zugang zu Filesharing sites zu blocken. Und da das nichts bringt, wenn das nur einer macht:
The Irish Recorded Music Association (IRMA) has already convinced Eircom to comply, and is warning the other Internet providers in Ireland that they should follow suit, or face legal action.
Ich kenne mich im irischen Rechtssystem nicht aus, könnte mir aber durchaus vorstellen, dass Erpressung verboten ist und Zensur auf Anordnung einer nicht-staatlichen Organisation nicht üblich ist.
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Donnerstag, Februar 19th, 2009
Am dritten Verhandlungstag zeigt die Content-Mafia mal wieder ihre grandiose Logik:
Effectively, they are trying to say that one download=one lost sale.
Soweit, so schlecht; die dämliche Ausrede kennen wir ja nun schon. ABER:
For the song “Let it Be” by The Beatles, IFPI is asking for 10 times the damages, since the band’s music isn’t officially available online.
Okay… Sie argumentieren, dass jeder Download ein entgangener Verkauf ist, aber das Lied gibt es gar nicht zu kaufen, darum ist der entstandene Schaden noch höher. Häh? Wie kann denen ein angeblicher Schaden entstehen für etwas was die überhaupt nicht verkaufen? Man muss wohl von denen bezahlt werden um das zu verstehen.
Tags: content-mafia, Filesharing, The Pirate Bay
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Dienstag, Februar 17th, 2009
Für alle, die es nicht mitbekommen haben sollten: in Schweden läuft zur Zeit der Prozess gegen den Torrent Tracker The Pirate Bay. Auf TorrentFreak wird ausgiebig darüber berichtet. Daraus muss ich hier einfach mal zitieren.
Vom ersten Verhandlungstag
Following the lunch break, proceedings continued with prosecutor Håkan Roswall failing to start up his computer. For several minutes, listeners of the live audio could hear mouse-clicks as Roswall, who earlier claimed to be an expert on computer crimes, tried to get his PowerPoint presentation on the screen. He was eventually ordered by the judge to stick to his papers and continue.
Man sieht: ein echter Experte der Mann. Gut nun könnte man sagen dass er zwar das theoretische Wissen hat, es nur nicht in der Praxis umsetzen kann. Stimmt aber auch nicht.
Peter points out that the prosecutor is having difficulty working out the difference between megabits and megabytes.
Eben dieser Peter (Sunde) hat den ersten Prozesstag am besten zusammengefasst:
“How the hell did they think this was going to be something else than EPIC FAIL for the prosecution? We’re winning so hard.”
Wie recht er damit hatte zeigt sich jetzt am zweiten Tag: Der “Computerexperte”, der es nicht schafft seinen Computer zu starten zeigt dass er keine Ahnung von BitTorrents Funktionsweise hat, will Pirate Bays Beteiligung mit Screenshots beweisen, auf denen keinerlei Verbindung zu TPB sichtbar ist. Das Ergebnis?
This has resulted in prosecutor Håkan Roswall having to drop all charges relating to “assisting copyright infringement”
Damit ist denen die Hälte ihrer kompletten Anklage weggebrochen.
Aber um den “Computerexperten” nicht vollständig wie den letzten Idioten dastehen zu lassen der Fairness halber hier noch ein weiteres Zitat.
During the remainder of the morning session it was mostly prosecutor Håkan Roswall talking. Among other things he explained in detail how email works (made no mistakes there).
Na immerhin.
Kleines Update: Die taz hat auch nen ausführlichen Artikel dazu.
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Freitag, Februar 8th, 2008
Mal wieder eine grandiose Idee vom RIAA-Boss: Da Filtern per ISP ja nicht so wirklich funktioniert müssen die Menschen Copyright-Filter halt selbst auf ihren Rechnern installieren.
But Sherman’s idea is that customers install filtering software such as virus scanners all the time because they see a tangible benefit to it. Apparently, they are supposed to realize the same benefit from installing a filter that flags as illegal the very music that they are trying to download.
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Mittwoch, Januar 30th, 2008
Die Content-Mafia hat mal wieder eine Super Idee: Eine kopierte CD sollte nicht als eine Urheberrechtsverletzung gelten, sondern jedes einzelne Lied auf der CD soll eine eine weitere Urheberrechtsverletzung sein.
In the RIAA’s perfect world, each copied track would count as a separate act of infringement, meaning that a copying a ten-song CD even one time could end up costing a defendant $1.5 million if done willfully.
Tags: content-mafia, riaa, vsa
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Mittwoch, Januar 23rd, 2008
Das wird jetzt wahrscheinlich jeden überraschen: Content-Mafia hat Zahl der Filesharer an amerikanischen Colleges übertrieben.
Ne echt jetzt? Wer konnte damit rechnen? Als ob irgendeine der Zahlen, mit denen die um sich werfen überhaupt einen Funken Wahrheit haben würde.
After commissioning a 2005 study from LEK Consulting that showed collegiate file-swappers were responsible for 44 percent of movie studio “losses” to piracy,
[...]
Now the MPAA admits that the report’s conclusions weren’t even close to being right; collegiate piracy accounts for only 15 percent of “losses.”
Hervorhebungen von mir
Tags: content-mafia, vsa
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Montag, Januar 21st, 2008
Die Content-Mafia versucht sich in den VSA mal wieder als Gesetzgeber: Universitäten sollen Produkte der Content-Mafia vertreiben und Filesharing blocken, sonst fallen die staatlichen Zuschüsse weg.
The bill also would hang an unspoken threat over the heads of university administrators. In response to concerns that potential penalties for universities could include a loss of federal student aid funding, the MPAA’s top lawyer in Washington said that federal funds should be at risk when copyright infringement happens on campus networks. Moreover, earlier versions of “Campus-based Digital Theft Prevention” proposals nakedly sought to make schools that received numerous copyright infringement notices subject to review by the US Secretary of Education.
Tags: content-mafia, vsa, Webfilter
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Samstag, November 24th, 2007
Dass es kommen würde war klar, aber ich muss zugeben, dass ich überrascht bin, wie schnell das ging: Auch die Content Mafia soll freien Zugriff auf die Vorratsdaten bekommen.
So sollen die Länderchefs bei der Plenarsitzung am kommenden Freitag eine Entschließung [...] fassen, wonach auch Rechteinhabern zur zivilrechtlichen Verfolgung etwa von Urheberrechtsverletzungen Zugang zu den Datenbergen zu gewähren ist.
Ich hätte ja gedacht, dass sie wenigstens warten bis das Gesetz offiziell in Kraft tritt.
Zur Begründung führt der Rechtsausschuss unter anderem an, dass die Rechteinhaber andernfalls bei der Recherche nach den hinter IP-Adressen stehenden Namen und Bestandsdaten “weiterhin gezwungen wären, stets ein Strafverfahren gegen potenzielle Verletzer einzuleiten”. Dieses Vorgehen würden die Vertreter von Urheberrechten nicht wünschen, da es “eine große Zahl von potenziellen Rechtsverletzern in unnötiger Weise kriminalisiert und die Staatsanwaltschaften enorm belastet”.
Hervorhebung von mir
Anzeigen gegen (vermeintliche) Filesharer kriminalisieren? Das dürfte wohl eher an von der Content-Mafia gekauften in Lobbyarbeit erreichten Gesetzen liegen.
Und wenn es die Staatsanwaltschaften schon nicht belasten soll, dann wenigstens Richter? Oder sollte der Richtervorbehalt in diesen Fällen gar nicht erst gelten?
Von diesen Widersprüchen mal ganz abgesehen, wieso sollten dermaßen sensible Daten Privatunternehmen zur Verfügung gestellt werden?
Und hier ein Auszug aus der Debatte vor der Abstimmung zur VDS
Jan Korte (LINKE):
“Bei der Bundesregierung soll der Zugriff bei erheblichen Straftaten und bei einer “mittels Telekommunikation” begangenen Straftat geregelt werden. So steht das dort drin. Das beinhaltet beispielsweise auch eine Beleidigung am Telefon oder das illegale Herunterladen von Klingeltönen oder was auch immer. Das ist die Logik davon.”
“(Dr. Jürgen Gehb [CDU/CSU]: Das ist Ihre Logik!)”
Ohne Worte…
Tags: content-mafia, Vorratsdatenspeicherung
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